21 Januar, 2017

Wird das Tesla Model 3 der neue VW Käfer?

Dass ich begeistert bin von Tesla, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht mehr zu erwähnen. Es ist jedoch anders als bei Saab. Der Saab Virus infizierte mich mit meinem ersten Auto. Auf der Suche nach Identität hat das nicht alltägliche Image von Saab sicher geholfen meine Begeisterung zu entfachen. Saab fand man entweder hässlich (eher die Mehrheit) oder cool ;-). Diese Begeisterung hat nicht nachgelassen und meine Partnerin und ich gehörten wohl in der Schweiz zu den letzten, die die Bestellung für den neuen 9-5 Sportcombi (der nie hergestellt wurde) zurück gezogen hatten.

Die Begeisterung von Tesla fusst mehr auf der Philosophie der Marke und dem Ziel von Elon Musk vom Erdöl unabhängig zu werden. Ich empfehle allen die Biografie über Musk von Ashlee Vance, keine Autobiografie und daher auch keine Lobhudelei an ihn, sondern eine gut recherchierte und spannend geschriebene Geschichte. Wer denkt, dass es ihm nur um Geld geht, irrt sich aus meiner Sicht gewaltig. Sein Antrieb gründet viel tiefer.

Ich versuche ökologisch und nachhaltig zu leben, aber ohne Askese. Und ein E-Mobil nur aus Umweltgründen hätte ich mir wohl nie gekauft. Wenn man bis vor ein paar Jahren den Automanagern zuhörte, war etwas anderes aber gar nicht möglich. Gut, dass Musk kein deutsch verstand ;-)

Mittlerweile finde ich jedoch die Disruption, der interessanteste Aspekt. Das Wort ist in und wird auch viel missbraucht, aber in diesem Zusammenhang ist es absolut passend. Ich möchte Tesla auch nicht mit Apple vergleichen, wie das oft gemacht wird (auch wenn sie es geschafft haben, Leute anstehen zu lassen um ein Auto zu bestellen) sondern etwas viel langweiligerem - mit Laufwerken.

Ein anderes Buch, welches ich vor kurzem gelesen habe "The Innovator's Dilemma" ist zwar etwas trocken geschrieben, aber der Inhalt hat es in sich! Diese Buch zeigt u.a. auf wie es nur wenige Hersteller geschafft haben von einem 8-Zoll Laufwerk auf ein 5.25-Zoll Laufwerk zu wechseln. Dasselbe von 5.25 Zoll auf 3.5 Zoll und unglaublicher weise auch von 3.5 Zoll auf 1.8 Zoll! Da wundert man sich doch, denn es handelt sich um eigentlich dasselbe Produkt und dennoch waren die Unternehmen nicht fähig sich anzupassen. Warum? Und wo liegen die Parallelen zum Automobilbau?

Für mich ein wichtiger Punkt, die Fokussierung auf die falschen Wünsche der Kunden. Frei nach Henry Ford: "Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie sich wünschen, hätten sie gesagt; schnellere Pferde." Wenn die klassische Automobilindustrie heute (resp. vor ein paar Monaten) gefragt hätte, was sich die Kunden wünschen, wären wohl Antworten wie, weniger Verbrauch, mehr Leistung, günstigerer Preis gekommen. Verständlich, denn man möchte was man kennt, einfach besser. Nur die wenigsten können visionär in die Zukunft schauen und sagen, "ein Auto ohne Emissionen, mit Sonnenenergie getankt, welches von alleine fährt und Spass macht" und wenn, würden sie sich nicht getrauen, das in einer Umfrage zu antworten (ha, ha was für ein Spinner).

Also was machen Mercedes, Audi, BMW und all die anderen, sie bauen was sie gesagt bekommen, was die Menschen wünschen, da kann man ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen. Alle sind zufrieden, der Kunde bekommt was er will, der Hersteller verdient einfaches Geld, da er nicht alles umkrempeln muss. Hinterhältiger weise tickt der Kunde aber anders. Er hat ganz klar Minimalanforderungen an ein Produkt, die ist aber heutzutage meist tiefer als was erhältlich ist. Lederausstattung - in jedem Kleinwagen eine Option. Klimaanlage, geht nicht ohne. Automat, Tempomat, Musikanlage, Navigation etc. etc. alles dabei. Mein Saab 9-5 Kombi aus dem Jahr 2006 hat es an nichts gefehlt, was heutige 5er BMW's, 6er Audi's und Mercedes bieten. Vielleicht eine automatische Heckklappe, aber deswegen kauft man doch kein neues Auto sofern es seinen Dienst noch verrichtet. So ging es auch meinem Schwiegervater als er seinen 10-jährigen Honda Accord gegen einen neuen Jaguar XF eintauschte! Klar, alles war einwenig besser, aber so wirklich revolutionär? Nichts! Dass die Autobranche mittlerweile an "overengineering" leidet, zeigen auch Features wie 9-Gang Getriebe. Also kaufen die Leute weil sie müssen, weil ihr altes Auto den Geist aufgibt oder man einfach kein Auto fahren möchte, welches älter als X-Jahre ist.

Und hier kommt die Disruption ins Spiel. Ein Auto mit Elektroantrieb ist wirklich innovativ und anders, dieses Auto wird gekauft weil es den Aufbruch in eine neue Zeit signalisiert. Die untenstehende Tabelle zeigen die Vor- und Nachteile:

Anforderung Elektro ICE (Benziner/Diesel)
Reichweite - (ausser Tesla)+
Emissionen +-
Unterhalt/Wartung +-
Anschaffungskosten -+
Motorleistungen +-
Platzangebot +-
Energieverbrauch +-
Lärmemissionen +-
Gewicht -+
Gewichtsverteilung +-
Traktion +-

Im Hintertreffen ist das Elektroauto bei Reichweite, Anschaffungskosten und Gewicht.

Reichweite
Wenn man davon ausgeht, das Elektroauto nicht als Stadt- oder 2. Wagen einzusetzen, reichen 150km realistische Reichweite eben nur knapp, da man doch ab und zu weitere Distanzen zurück legt. So scheint mir die Definition einer "nützlichen" Reichweite von 300km sehr realistisch, sofern unterwegs schnell genug aufgeladen werden kann. Auch hier ist mehr=besser aber es hat Konsequenzen (teurer und schwerer) womit man den optimalen Kompromiss finden muss.
Tesla hat dieses Problem bereits mit hoher Batteriekapazität und mit den Superchargern gelöst, aber das Auto ist leider immer noch ziemlich teuer.

Anschaffungskosten
Dank diesem Punkt haben Benziner überhaupt noch eine Chance. Und der Hauptkostentreiber ist die Batterie. Aber wenn man sieht wieviel Zeit, Geld und Aufwand in neue, bessere und günstigere Batterien investiert wird und da meine ich nicht nur die Gigafactory, dann kann man davon ausgehen, dass die Preise weiterhin massiv fallen. Hier eine Grafik wann der Akku preislich wettbewerbsfähig ist.



Gewicht
Beim aktuellen Stand der Technik bleibt das Gewicht wohl noch länger ein Nachteil, aber der ist nicht so relevant, da Elektromotoren viel leistungsfähiger sind und deswegen nicht mehr Energie verbrauchen, ganz im Gegenteil zum Benziner. Tesla bringt es mit seinem Topmodell P100D auf 700 PS und es verbraucht innerorts sogar weniger Energie als das massiv schwächere Model S 60 bei einem Spurt von 0 auf 100 in 2,6 Sek! Hier die Daten von Wikipedia. Das ist schon fast die Quadratur des Kreises! Durch die optimale Gewichtsverteilung mit der Batterie im Boden entsteht zudem ein Vorteil bei der Fahrdynamik und dem Handling.

Also wir sehen, der Dammbruch steht bevor, sobald die Batteriekosten wirklich wettbewerbsfähig sind, dann gibt es keinen Grund mehr einen Benziner zu kaufen. Prognostiziert wird das für das Jahr 2018, ziemlich genau mit dem Roll-out des Tesla Model 3.

Jetzt könnte man wie der Fiat/Chrysler Chef Sergio Marchionne sagen: "Wenn Tesla das Model 3 gewinnbringend herstellen kann, kopieren wir es einfach". Das mag eine Strategie für Fiat/Chrysler sein, die sich noch nie besonders innovativ gezeigt haben. Aber bei Audi "Vorsprung durch Technik", Mercedes "Das Beste oder nichts" oder BMW "Freude am Fahren" können die höheren Premium-Margen nur durchgesetzt werden, wenn das die Kunden auch glauben. D.h. es geht um Glaubwürdigkeit und Image. Bis anhin haben das die Deutschen wirklich super hingekriegt, aber wie sieht es in der Zukunft aus. Wer attestiert ihnen im Bereich der Elektromobilität die Führungsrolle? Ausser Zetsche glaubt wohl niemand, dass dies Mercedes sein wird. Audi annonciert einen "Tesla-Killer" der in 2018 besser sein soll, als das bereits jetzt verfügbare Model X. "Vorsprung durch Technik" sieht anders aus. BMW ist aus meiner Sicht in der Besten Ausgangslage und macht mit der "i" Serie einen Versuch, leider nur halbherzig. Der i8 ist schlichtweg kein Elektroauto, es ist ein schön designter aber schlussendlich unpraktischer Hybrid-Sportwagen, das sieht man auch in der Verkaufszahlen. In der Schweiz gehen nicht einmal 10 Autos im Monat über die Ladentheke, gegenüber über 120 Teslas. Der i3 hat Potenzial, muss aber noch einiges aufholen.

2018 - Der Anfang vom Ende des Verbrennungsmotores
Das Jahr 2018 wird in Sachen Elektromobilität spannend ;-). Kann Tesla das Model 3 in ausreichender Stückzahl produzieren? Wieweit haben sich die Batteriekosten verringert? Hält die Gigafactory was sie verspricht? Was machen die anderen Hersteller und können sie ihre Ankündigungen liefern? Was machen die Chinesen (denn die sind aktiver als man denkt)?

Im unteren Chart sieht man, was die Leute kaufen würden, wenn es Tesla nicht gäbe. Als grosser Verlierer sind die deutschen Hersteller gelistet und sie haben schlichtweg keine Antwort. Wo die grössten Verluste wegen des Model 3 zu erwarten sind:



Das Problem wird aber nicht erst in 2018 auftreten, schon 2016 und 2017 werden die 400'000 Vorbesteller des Model 3 kein neues Auto anschaffen und ihr altes ausfahren. D.h. die Verkaufszahlen kommen schon jetzt in Bedrängnis.

Erste Zahlen die das bestätigen, die aktuellen Verkaufszahlen des 3er BMW in den USA



Um den Verkauf anzukurbeln und den Leuten das Gefühl zu geben etwas neues, besseres zu kaufen werden USP's erfunden wie 9-Gang Getriebe! Wer braucht ein 9-Gang Getriebe? Dass 4-Gänge nicht reichen OK. 5-Gänge sind vielleicht auch noch etwas knapp. Aber alles mehr als 6 Gänge ist einfach kein USP mehr! Nappaleder, anstelle von "normalem" Leder, gähn. Der Grenznutzen sink rapide und höhere Preise lassen sich immer weniger rechtfertigen

Aber seitens der digitalen Revolution sehen die Deutschen nicht gut aus. Porsche hat dieses Jahr gross Navigationssysteme mit Echtzeit Verkehrsinformationen angekündigt! Wow! Smartphones, TomToms und Google können das schon seit Jahren, ganz zu schweigen von Tesla ;-). Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat, Stauassistent, toter Winkel Assistent etc. etc. sind zwar technische Neuerungen, die es schon eine Weile in deutschen Autos gibt, aber einzeln machen sie wenig Sinn. Zusammen gefügt und als komplettes System hingegen schon. Und auch hier hinken ALLE dem Newcomer Tesla hinterher! Das sollte den deutschen Automobilherstellern fast mehr zu denken geben.

Man könnte gemeinhin denken ob man nun einen Benzin- oder Elektromotor einbaut, wo ist der Unterschied? Menschen sind Gewohnheitstiere, woran man sich gewöhnt hat, das ändert man nicht so schnell. Hätte Apple (den Vergleich muss ich doch machen) mit einem klassischen Telefon Nokia vom Thron stossen können? Nein, wohl kaum. Nokia war in diesem Bereich unangreifbar. Aber eben bei den Featurephones und nicht bei den Smartphones! In dieser neuen Kategorie hatte Nokia keine Chance und der Niedergang kam sehr schnell. Und am Ende war es doch auch "nur" ein Telefon mit Internetzugang, oder eben doch nicht?

Jetzt kann man einwenden, Renault hat jetzt schon den ZOE im Programm mit 300km realistischer Reichweite und der Chevy Bolt schafft 200Meilen (320km) was soll denn da das Model 3 noch? Es wurde doch schon ausgebootet. Das sehe ich nicht so, denn der (oder die?) ZOE wie auch der Chevy Bolt sind Fahrzeuge, die mit einem Benziner- oder Diesel-Motor ca. 25'000.-- bis max. 30'000.-- kosten würden und jetzt als Elektroauto ca. 40'000.-- ein satter Aufpreis für ökologische Mobilität, der nicht jede(r) bereit zu bezahlen ist. Das Model 3 wird ein Auto, welches in seiner Ausstattung und Qualität auch als Benziner 40'000.-- kosten würde und DAS ist der grosse Unterschied. Es wird in der Liga BMW 3er Serie und Audi A4 spielen, die gut ausgestattet sogar einiges teurer sind. Ich würde eine Wette eingehen, dass die Model 3 Performance Variante, alle BMW und Audi Performance Modelle in den Schatten stellen wird, zu einem erst noch besseren Preis. Somit wird das Bekenntnis zur E-Mobilität kein finanzielles oder ökologisches, sondern auch ein ökonomisches. Sauberer, besser und nicht teurer, das wird die Revolution.

Zudem plant GM mit dem Bolt ca. 30'000 Stück abzusetzen, kein sehr ehrgeiziges Ziel wenn man bedenkt, dass Elon Musk von 400'000 bis 500'000 Model 3 in 2018 spricht. Wie seinerzeit der VW Käfer das erste Volksauto war, wird das Model 3 wohl das erste Volks-Elektroauto, davon bin ich überzeugt. Ich bin gespannt auf 2017/2018.

19 Oktober, 2016

Quartalszahlen und Model X

Es ist unglaublich welche Dynamik im Moment bei den Elektroautos herrscht, was mich sehr freut! Kein Major-Player der an der Pariser Autoshow nicht etwas präsentiert hätte. BMW war mit der Vorstandsetage nicht einmal präsent um die neue Strategie festzulegen ;-), wohin es wohl geht? Mercedes, VW und ziemlich halbherzig auch Audi bringen sich in Position. Ich stelle mir nur die Frage, sind sie konsequent genug? Oder sind es bloss Placebo-Auftritte um die Käuferschaft bei der Stange zu halten? Autos bauen können sie, das haben sie hinlänglich bewiesen, aber Elektroautos? Ich befürchte, dass sie zwar ein paar Autos auf die Strasse bringen bis 2020 aber weder in grossen Stückzahlen noch mit grossen Margen, ich prognostiziere harte Jahre und das schon bald! GM hat mich dafür stark überrascht mit dem Bolt, nur habe ich auch da noch keine geplanten Absatzzahlen gehört. Renault möchte den Zoe 300km weit fahren lassen und BMW den i3 sogar 450km.

Hier sind die Zahlen vom Model S im 1. - 3. Quartal 2015/2016



Auch Tesla hat im 2016 ganz leicht weniger Fahrzeuge verkauft, aber dennoch hat sich der Vorsprung zur Konkurrenz (ausser BMW 7er) vergrössert. Jaguar konnte immer noch dank dem kleineren Volumenmodell etwas zulegen, aber trotzdem kommt er nicht auf die Verkaufszahlen von Tesla. Besonders eng wird es aus meiner Sicht für Maserati mit über 35% verkauften Autos weniger. Wer sich einen Maserati leisten kann, kann sich sicher auch einen Tesla leisten. Bekommt dafür aber mehr Performance, mehr Platz, günstigere Unterhaltskosten und etwas weniger "Italianità". Kein Wunder, dass auch Maserati eine Elektro Version angekündigt hat, aber ob sie das stemmen können bezweifle ich stark. Beim Porsche Panamera kommt jetzt die neue Version und daher sind die tieferen Verkäufe logisch, bin gespannt wie sich das neue Modell verkauft, das Jahr könnte aber noch aufgeholt werden. Beim i8 freue ich mich über die gesunkenen Zahlen, weil er aus meiner Sicht eine reine Mogelpackung ist. Wird immer als "Elektro" positioniert, kommt aber ohne Benzin gerade mal 37km weit und wohl noch im Optimalfall. Die tieferen Verkäufe beim i3 finde ich zwar schade, aber halt auch logisch. Preis/Leistungsverhältnis stimmt einfach nicht, fast 50'000.-- für 190km nach NEFZ was in etwa 150km realistisch entspricht. Um konkurrenzfähig zu sein werden sie beim neuen Modell mit mehr Reichweite wohl an den Margen schrauben müssen.

Wie sieht es aus mit dem Model X?
Die Verkaufszahlen im September beim Model X waren sehr gut, aber ich denke das hat auch damit zu tun, dass sich die Bestellungen mittlerweile angesammelt haben. Eine Prognose kann man wohl erst 2017 stellen. Aber dennoch hier die ersten Zahlen:



Der Platzhirsch ist klar der BMW X5, dicht gefolgt vom Mercedes GLE, dann kommt überraschenderweise bereits das Model X und lässt den Q7, den Jaguar, den Porsche Cayenne und den Range Rover klar hinter sich, auch Maserati oder Lexus haben keine Chance. Dass sich der VW Touareg derart schlecht verkauft, war auch für mich eine Überraschung.


04 September, 2016

Projekt Greifenseelauf 2016

Wie schon die letzten Jahre, habe ich es mir auch dieses Jahr zum Ziel gesetzt den Greifenseelauf zu absolvieren. Um mich seriöser vorzubereiten als im Jahr 2014 liess ich mich vom Hilfswerk Pfarrer Sieber überzeugen am Charity-Run mitzumachen, d.h. für einen guten Zweck zu laufen.

Meine Taktik, die Motivation zu steigern ging auf ;-), ich habe die Kadenz erhöht auf 2x die Woche und die Strecke von ca. 8Km auf 10Km je Lauf. Auch hatte ich am 12. August einen Trainingslauf mit den Leuten von Team Sieber rund um den Greifensee über 18Km in 1 Std. 55 Min. absolviert. Das Bild wurde vor dem Lauf aufgenommen, nach dem Lauf sah ich etwas mitgenommener aus ;-)



Heute hab ich eine Strecke über 13Km in 1 Std. 21 absolviert und fühlte mich immer noch fit genug um die restlichen 8Km in Angriff zu nehmen. Ich merke aber wie wichtig die Ernährung sein wird, vor allem während des Laufes. Ich habe ein bisschen mit Sportnahrungsmittel experimentiert und hoffe eine gute Lösung bis zum Lauf zu finden, nicht dass mir auf den letzen Kilometern die Kraft ausgeht, von der Kondition sollte es reichen.

Am Mittwoch gibt es noch einen Trainingslauf mit dem Team Sieber um den Greifensee so quasi als Hauptprobe, bin gespannt wie's läuft und dann am Sonntag evtl. nochmals 13Km. In der letzten Woche vor dem Lauf sollte man es ja nicht zu steil angehen.

Und jetzt noch ein kleiner Spendenaufruf! 

Nach 2-3 Aufrufen konnte ich bereits über CHF 1'300.-- sammeln. Den aktuellen Spendenstand findest Du hier. Ich möchte aber unbedingt die CHF 2'000 knacken und brauche daher noch weitere Unterstützung. Wie angekündigt, wird der oder die grosszügigste Spender/in inkl. Partner bei uns zum Abendessen eingeladen :-), In Pole-Position liegt für den Moment D.H. aus T mit grosszügigen CHF 155.--. Herzlichen Dank an dieser Stelle an alle meine Unterstützer. 

Hier Spenden



14 August, 2016

Tesmeralda zieht um

Wie in meinem letzten Post angetönt haben nicht nur wir, sondern auch Tesmeralda ein neues Zuhause bekommen, daher auch die etwas längere Pause, denn der Umzug war doch ziemlich stressig. Keine Einzelbox wie bis anhin mit einer normalen Haushaltstrom Steckdose und einer Ladeleistung von 9km/h, sondern ein Platz in einer Sammeltiefgarage.

Noch bevor wir uns für die Wohnung entschieden haben, haben wir uns erkundigt ob es denn möglich sei einen Stromanschluss zum Parkplatz zu verlegen. Die positive Antwort freute uns sehr, was uns weniger freute, war die darauf folgende Offerte :-(. Ca. CHF 5'500.-- sollte der Anschluss kosten! Da muss man schon eine Weile elektrisch fahren um das wieder zu amortisieren.

Auf unsere Nachfrage, wieso das so teuer sei, wurden wir auf den weit (110m) entfernten Stromverteiler und -zähler verwiesen. Einigermassen erstaunt, dass in einer brandneuen Tiefgarage in der heutigen Zeit nicht an die Elektromobilität gedacht wird, wollten wir uns das nochmals überlegen. Zumal sich hinter unserem Parkplatz gleich eine geeignete Steckdose befand.

Als wir im Rahmen der Wohnungsübergabe mit der Verwaltung sprachen, stellte sich heraus, dass die Verwaltung auch damit leben könnte unseren Stromverbrauch separat abzurechnen, wenn wir einen Zähler installieren und die verbrauchte Strommenge melden. Auf Basis dieser Erkenntnis verlangten wir eine neue Offerte und siehe da, CHF 1'300.-- für Installation und Zähler war ein Betrag mit dem wir gut leben können. Amortisiert auf 10 Jahre betragen die Kosten CHF 10 / Monat, das ist verglichen mit Benzinkosten ein Schnäppchen.

Tesla ChargingGeradezu phantastisch ist nun die Ladeleistung! Wenn ich schon mit 20km/h zufrieden gewesen wäre, lädt Tesmeralda nun mit ca. 45km/h. D.h. auch wenn wir jeden Tag 300 - 400km fahren würden, hätten wir am Morgen wieder volle Ladung!

Einmal mehr lohnt es sich, nicht die erstbeste Lösung zu akzeptieren und zu überlegen ob es einen Plan B oder C gibt :-)

Jetzt muss ich nur noch irgendwie die Original Tesla Wandhalterung für $25 in den USA bestellen. Aus für mich unerklärlichen Gründen ist sie in der Schweiz nicht erhältlich. Aber zum Glück gibt es in den USA Services, die Pakete weiterleiten, das hat schon einmal funktioniert.

21 Mai, 2016

Kleiner Zwischenbericht

Wie versprochen, möchte ich an dieser Stelle auch darüber berichten wenn Probleme auftauchen. In den 10 Monaten (und die vergingen wie im Flug) hat es auch ein paar solche gegeben.

So ist man in diesem Auto doch ziemlich auf das Internet angewiesen. Musik, Karte und weitere Funktionen machen mit Edge oder noch schlechterer Verbindung einfach keinen Spass. Wenn ich wieder ins Mittelalter geworfen werde und einen UKW-Sender suchen muss, tut das weh (wer braucht eigentlich in Zukunft DAB+?). Klar kann ich mein iPhone anschliessen, aber sogar das fühlt sich in diesem Auto wie eine antiquierte Handlung an. Ich hab mich schon so an die weltweiten Radiostationen aus Berlin, Las Vegas etc. und Spotify gewöhnt, dass ich Entzugserscheinungen habe, wenn es nicht funktioniert. Und ich sage euch, in Deutschland wollt ihr nicht auf dem Land leben. 3G ist dort noch Luxus! Kein Wunder haben es die Deutschen nicht eilig mit dem vernetzten Auto, wo kein Netz, da keine Vernetzung. Auch hatte die Swisscom zeitweilig Übertragungsprobleme, welche fast eine Woche andauerten, aber sie haben immerhin auf meinen Tweet geantwortet, Bravo.

Es gab auch ein paar Hardware Probleme. So war das Panorama-Dach undicht, was jedoch sehr prompt und natürlich auf Garantie behoben wurde. Vor kurzem schloss die 2. Sicherung des vorderen Kofferraums nicht mehr, was eine sehr unangenehme Fehlermeldung zur Folge hatte, welche das Weiterfahren nur mit einem unguten Gefühl zulies. Aber der telefonische Tesla-Service Support war der Ansicht, dass es weiterhin sicher sei zu fahren (bei kritischen Fehlern, meldet sich Tesla scheinbar von alleine!). Wegen des Pfingstwochenendes konnte ich es leider nicht gleich fixen lassen.

Ein weiteres 1. Welt-Problem erwartet mich in unserer neuen Wohnung, resp. Tiefgarage. Sie hat kein 3G-Empfang! Somit fällt die Fernsteuerung über das App weg und noch schlimmer - wann und wie mache ich die Software Updates? Sehr wahrscheinlich muss ich Tesmeralda dann mal über Nacht draussen stehen lassen :-(. Die Technophoben unter euch werden sich bestätigt fühlen ;-), aber ehrlich gesagt "kämpfe" ich gerne mit solchen Problemen ;-).  Und auch der Stromanschluss an unserem neuen Parkplatz ist wieder nicht so einfach (sprich teuer), weil der Verteiler über 100m entfernt ist!

Ein Aufruf an alle Architekten und Planer an dieser Stelle: 3G Empfang überall und bitte bitte daran denken, dass in nicht allzu ferner Zukunft viel mehr Elektroautos in der Tiefgarage aufgeladen werden wollen, also gleich daran denken wie der Strom geliefert, gemessen und verrechnet werden kann!

Und was zum Abschlus. Bei meiner ersten Teilnahme an einem Teslaclub-Treffen durfte sich Tesmeralda gleich neben einem alten Bugatti in Szene setzen. "Oldtimer meets Future" war ein cooler Event, hier noch der Artikel in der Berner Zeitung :-)

So long

Ach noch was: Mein Besuch in der Werkstatt hatte auch sein Gutes :-). Ich war immer der Meinung, dass die "Summon"-Funktion in der Schweiz deaktiviert sei. Ich musste aber bloss die Funktion über den Screen aktivieren ich Schussel. Plane darüber ein kleines Video zu machen in meinem nächsten Post, ziemlich creepy.

14 Mai, 2016

Reise nach Südfrankreich

Ich war wieder viel unterwegs mit "meiner" Tesmeralda. Ja Schatz, ich weiss "unserer" ;-)

Über Auffahrt fuhren wir wie schon fast jedes Jahr nach Südfrankreich, ein toller Trip vor allem über die Route Napoleon. Doch, und zum ersten Mal seit ich Tesla fahre, musste ich mir Gedanken über die Route machen. Frankreich ist noch nicht so toll ausgebaut was Supercharger anbelangt. Es hat zwar schon einige, aber richtig dicht ist das Netz nicht.

Quelle: www.teslarati.com/interactive-tesla-supercharger-map
In Chambéry stehen zwar gleich 2 Stationen zur Verfügung, doch leider über die Route Napoléon keine, bis auf Aix-en-Provence. Das sind zwar "nur" 300Km, aber vollbepackt zu dritt und auf einer bergigen Fun-Strecke hätte ich gerne mehr Reserven gehabt. Ein Supercharger in Grenoble oder Gap wäre ideal. Einfacher wäre es gewesen über Valence und Avignon, aber auf der Autobahn macht es einfach nicht so viel Spass. Auf alle Fälle wagten wir es. Zu Beginn habe ich mich mit Überholen stark zurück gehalten. Ca. nach der Hälfte der Strecke hab ich gesehen, dass die Reserve bei ca. 50km konstant blieb und so konnte ich die Bergstrecke etwas offensiver unter die Räder nehmen ;-). Mit 35km Restreichweite erreichten wir Aix ohne Probleme.

An unserem Zielort an der Küste konnte ich die ganz normale Haushaltsteckdose anzapfen und schon bald war Tesmeralda wieder voll Energie für weitere Ausflüge.

Das Fazit: Wenn man nicht auf den Hauptrouten fährt, ist eine bessere Planung und eine vorsichtigere Fahrweise angebracht, was ich bisher eigentlich nie tun musste. Aufgrund der grösseren Distanzen musste ich den Akku zu 100% füllen, was einiges mehr Zeit kostet als z.B. nur 90%. Somit war unsere Reisezeit gegenüber dem Benziner doch um gute 2 - 3 Stunden länger. Abgesehen davon war die Reise entspannt und angenehm, nicht zuletzt wegen des Autopiloten. Ich freue mich bereits auf das nächste Jahr :-)


19 April, 2016

Quartalsvergleich 2015 / 2016

Habe ein paar spannende Zahlen gesehen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ein interessanter Vergleich wie sich die Autoverkäufe im 1. Quartal 2015 zu 2016 verhalten haben. Hier die Zahlen:


Tesla konnte nochmals um stolze 117% zulegen, was mich natürlich sehr freut. Interessant ist jedoch wie sich die anderen Modelle entwickelten. Beim 7er BMW hat ein komplett neues Modell Einzug gehalten, was wohl der Grund war, dass sich 2015 nicht allzu viele dafür entschlossen, somit macht der grosse prozentuale Anstieg Sinn, in Zahlen ist der Verkauf ja immer noch überschaubar. Beim Jaguar ist mittlerweile das Volumenmodell XE im Verkauf und erhöht die Verkaufszahlen mit 116 verkaufen Einheiten beträchtlich. Der grosse Verlierer in diesem Quartal ist jedoch Mercedes! Mit einem stolzen Minus von fast 59% rollen wohl bald die ersten Köpfe. Aber auch in absoluten Zahlen ist es desaströs. 234 S-Klasse Mercedes weniger verkauft in diesem Jahr (ironischerweise genau der Tesla Absatz im März ;-)) bedeuten bei vorsichtig geschätzten €100'000 je Fahrzeug, €23 Mio. weniger Umsatz, wohlgemerkt nur in der Schweiz. Die Aktionäre sind ja schon nervös und fragen nach einer Antwort zu Tesla, nur leider haben die Herren in der Vorstandsetage keine Antwort... sie schaffen's wohl noch in die Pensionierung vor dem "Big Bang". Die restlichen Zahlen sind aufgrund des relativ geringen Volumens schwer zu bewerten, zeigen aber eine klare Tendenz also warten wir das 2. Quartal ab. Ich denke der Hype um das Model 3 hat Tesla zusätzliche Verkäufe beschert.

10 April, 2016

Erfolgreich in Laax

An Ostern war die Gelegenheit günstig nochmals das Snowboard hervor zu holen. Die 148 Km nach Laax sind ja ein Klacks und ich hätte es wohl hin und zurück geschafft, aber dennoch hat es mich gefreut zu sehen, dass es im Parkhaus Stromtankstellen gab. 1 3/4 Stunden später kam ich an und fragte im Parkaus nach den E-Parkplätzen für meine Tesmeralda. Es wurde mir gut erklärt und es war auch gut beschildert, ein guter Anfang 👍. Tatsächlich hat es gleich neben dem Eingang 3 Parkplätze mit Strom und einer war sogar noch frei 😀. Ein weiterer war mit einem Tesla besetzt und der 3. mit einem Mitsubishi Plug-in Hybrid, der jedoch nicht am Strom angeschlossen war. Aus meiner Sicht ist es nicht die Meinung, dass dort "nur" parkiert werden soll, wer keinen Strom braucht soll ganz normal parkieren. Hier muss sich wohl die E-Etikette noch entwickeln. Gespannt ob es denn zum ersten Mal an einer öffentlichen Ladesäule funktioniert stieg ich aus um festzustellen, dass ich zu nah parkiert habe. Das "Summon"* Feature habe ich schon des öfteren vermisst, so musste ich wieder einsteigen und das Auto einen halben Meter nach vorne fahren. Mein Typ 2 Stecker passt und gemäss den Instruktionen muss ich nur eine SMS senden um die Säule freizuschalten. Aber mein Handy hat in der Tiefgarage keinen Empfang ☹️. Also raus aus der Garage, SMS absenden und zurück. Nur hat es irgendwie nicht funktioniert, wäre ja auch zu schön gewesen. Auch beim 2. und 3. Versuch habe ich es nicht hingekriegt. So ging ich zur Information um das zu melden. Sie organisiere jemandem vom Parkhaus, der sich darum kümmere. 5 Minuten später war er schon vor Ort, doch auch mit seiner Mithilfe haben wir es nicht hingekriegt, wobei er mir versicherte sich darum zu kümmern. Resigniert begab ich mich auf die Piste, ohne Hoffnung vollgeladen nach Hause fahren zu können. Nach 2-3 Abfahrten konnte ich es aber doch nicht lassen, per App nach dem Befinden von Tesmeralda zu schauen und siehe da, die Freude war gross als sie bereits 40km geladen hatte und noch ca. 2 Stunden brauchte bis 100%. Nun war mein Dilemma, ob ich nach dem Mittag das Auto umparken sollte. Ich verwarf den Gedanken zwar wieder, aber in Zukunft muss es entweder mehr Stromtankstellen geben, oder eine Art Valet Service, wo die geladenen Stromer umparkiert werden. Auf alle Fälle konnte ich am Abend ohne Zwischenstopp meine Heimreise antreten. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens habe ich dann das Fahren mehrheitlich Tesmeralda überlassen und so kam ich sehr entspannt an. Ein gelungener Tag!


* mit dem Summon Feature kann man das Auto mit der App vorwärts und rückwärts bewegen, ohne darin zu sitzen. In den USA schon eine Weile verfügbar, in der Schweiz wohl noch länger nicht 😬

28 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Der Aufenthalt

Die Spannung war gross wie sich Tesmeralda im Schnee verhält. "Leider" war der Julier wie fast immer schneefrei und auch sonst waren die Strassen ziemlich gut geräumt. Ein super geeigneter Platz etwas ausserhalb von Samedan wurde von Mercedes gemietet, wo sie mich zu meiner Überraschung nicht haben wollten ;-).

Einmal schneite es jedoch ziemlich stark über Nacht und ich konnte das Verhalten etwas testen. Kurzes Fazit: Das Antischlupf System (welches nicht komplett ausgeschaltet werden kann) schaltet sich sehr schnell ein und verhindert Schleudern effizient. Eine Handbremse fehlt im Auto ja komplett, so dass auch diese Spielerei wegfällt. So bleibt mir nichts anderes übrig als beim nächsten Tesla Winterfahrtraining mehr herauszufinden.

Eine schneebedeckte Steigung zu einem Restaurant meisterte Tesmeralda auf alle Fälle souverän. Dank des direkten Elektorantriebes kann die Kraft sehr fein dosiert werden. Der Heckantrieb ist dank der gleichmässigen Gewichtsverteilung eher ein Vor- als ein Nachteil und bis jetzt ist das Verhalten besser als im Saab, nichtsdestotrotz würde ich den Dual Motor (4x4) bevorzugen ;-). Ist die Steigung zu steil oder der Boden zu rutschig, drehen die Räder nicht durch, sondern bleiben stehen.

Immer wieder ein Thema bei Elektromobilität ist der Reichweitenverlust bei tiefen Temperaturen. Die Temperaturen im Engadin waren auch schon tiefer und in der Garage betrug die Temperatur ca. 5°. Über Nacht gingen so ca. 5KM Reichweite verloren, auf den ganzen Tag gerechnet schätze ich ca. 10KM, somit kann ein vollgeladener Tesla ca. 30 Tage ohne Strom in der Kälte stehen gelassen werden, da ist kein so schlechter Wert.

Das absolute Hammer Feature ist jedoch die Standheizung! Ja ich weiss, ist bei Benzinern (meist gegen einen hohen Aufpreis) auch möglich. Je nach Kälte einfach 10 - 15 Min. vor Abfahrt über die App oder das Smartphone die Heizung einschalten. Danach ist es innen wohlig warm, die Scheiben sind enteist und nicht beschlagen, einfacher geht es nicht. Und die Kosten? Je nach Temperatur ca. 3 - 5 KM Reichweite, was aus meiner Sicht absolut vertretbar ist. Ach ja, was der Benziner dann nicht schafft, im Sommer gibt es natürlich eine Standkühlung :-)

Fazit: Auch im Winter unschlagbar und das jetzt nicht aus der ökologischen oder ökonomischen Perspektive, einfach aus Sicht Komfort, Bequemlichkeit und Spass. Es ist das Auto der Zukunft und im Moment ist nichts in Sicht, was ihm das Wasser reichen kann ;-)


21 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Aufladen


Schlau wie ich bin, habe ich das "normale" Aufladekabel, welches an jede normale Haushaltsteckdose angeschlossen werden kann, vergessen. Da wir zu der Ferienwohnung auch eine Garage haben, hätte ich es gut nutzen können  :-(.

Angekommen in Samedan, haben wir uns in St. Moritz zum Spaziergang verabredet, so konnte ich gleichzeitig den Supercharger im Parkhaus Serletta nutzen und Tesmeralda wieder aufladen.

Doch der erste Ärger war gross. Nicht weil alle Stationen besetzt waren, sondern weil der Fahrer eines Benziners zu faul war einen Parkplatz zu suchen. Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht allzu schnell aus der Fassung zu bringen bin, aber das ärgert mich gewaltig! Zufälligerweise trafen wir den Besitzer beim verlassen des Parkhauses. Darauf angesprochen war die Antwort "es hatte halt keinen freien Parkplatz und jetzt seien ja auch noch nicht alle Stationen besetzt". Ich habe nun bei Tesla nachgefragt ob die Möglichkeit besteht abschleppen zu lassen. Die Antwort steht noch aus.

 

Nebenan hatte es zusätzlich 3 "normale" Aufladestationen wovon 2 mit Benzinern besetzt waren (den 3. hatte ich bei seiner Ankunft verscheucht ;-)!  Das Verständnis für Elektromobilität ist leider noch nicht sehr gross.

Wie es sonst so war in Samedan folgt im nächsten Post. So long.


19 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Die Anreise

Der erste Härtetest in den Schweizer Bergen steht bevor, denn unsere Skiferien im Engadin stehen an. Ich bin sehr gespannt wie sich Tesmeralda in den Bergen aufführt. Los ging es am Samstag vollgeladen mit 2 grossen Koffern, 1 grossen Schuhtasche, Damen-Necessaire, Nespresso-Maschine, 2 Laptops, Snowboard, Pokerkoffer, Hundefutter für 1 Woche und 2 Hunden. Der Frunk erweist sich als Segen und schlussendlich bleibt mehr Platz als in unserem ehemaligen Saab 9-5 Kombi!

Tesla FrunkBepackter RücksitzBusiness Class für unsere Hunde

Vollgeladen mit 390 (realistischen) KM geht's los. Die 215 KM nach Samedan sollten somit kein Problem darstellen. Wir haben uns noch mit meinem Vater an der Raststätte Glarnerland verabredet, was wir jedoch wegen eines Staus, vor dem uns Tesmeralda sehr gut gewarnt hatte, ins Heidiland verschoben haben. Im Heidiland herrschte Hochbetrieb und wir beschlossen beim Supercharger in Maienfeld bei Bad Ragaz unseren Kaffe zu trinken. Es hat grosse Vorteile am Mainstream vorbei zu planen ;-), denn wir tranken unseren Kaffee ganz ohne Stress in einem nicht überfüllten Hotel und haben ganz nebenbei unserer Tesmeralda 100 zusätzliche KM beschert.

Die Fahrt über den Julier nach Samaden war problemlos, ich hätte zwar gerne die Kurven- und Beschleunigungsqualitäten von Tesmeralda getestet, aber ich wollte meinen Vater nicht überholen und meine Partnerin wie wohl auch die Hunde haben weniger Freude an sportlich gefahrenen Kurven. So fuhr ich sehr ökonomisch und verfügte auf der Julier Passhöhe noch über 185 Rest-KM. Aufgrund der Rekuperation war das auch der Restkilometerstand in Samedan! So haben wir für effektive 240 KM, ca. 300 realistische KM gebraucht, was etwa 20% Mehrverbrauch bedeutet, aber im Winter bei den kühlen Temperaturen und der Passfahrt etwa der Regel entspricht.

Im nächsten Post, geht es um den Supercharger in St. Moritz, Fremdparkierer, fahren im Schnee und Energieverbrauch über Nacht und bei kalten Temperaturen.

13 Dezember, 2015

Kleiner Rückblick

Seit ca. 4 Monaten fahre ich nun Tesla und es ist an der Zeit für einen kleinen Review.
  • Zurückgelegte KM: 7'334, verbrauchte kWh 1'636, ø 223 Wh/km
Probleme? Ja, ein paar ganz kleine wie: Das 3G hat nicht funktioniert und ich musste den Bildschirm rebooten. Unangenehmer war, dass einmal die Ladeanschlussklappe in Österreich nicht aufging, auch hier hat nur ein kleiner Reboot geholfen ;-). Dann beim Wechsel auf Winterpneus beschied man mir, dass die Spur nicht stimme. Dies lies ich in der Garage in Winterthur beheben, ein Ersatz Tesla (ein 70kw Modell) wurde mir gratis zur Verfügung gestellt. Es stellte sich heraus, dass die Spur nur sehr minim abgewichen war und die Garage verzichtete netterweise auf eine Verrechnung. Herzlichen Dank noch an dieser Stelle für die grosszügige Handhabung.

Kosten? Wenig. Ca. 400 kWh habe ich an Superchargern geladen, die restlichen 1'200 kWh hätten mich zum Nachttarif CHF 0.20 / kWh ca. CHF 240 gekostet, beim Saab mit ca. 10l / 100km wären das gut und gerne CHF 1'000 gewesen. Reparaturen 0, Wechsel Winterreifen mit Einlagerung CHF 160.--, Strassenverkehrssteuer 0, Versicherung ca. CHF 150 / Monat. Summa summarum ist das Auto ziemlich günstig im Unterhalt und da liegt auch der grosse Unterschied zu anderen teuren Autos.

Und sonst so? Durch eine Waschanlage fahren ist mit einem Tesla gar nicht so einfach ;-). Steigt man einfach aus ohne das "P" einzulegen, macht es Tesmeralda automatisch. Man muss also im Menu den Appschleppmodus aktivieren und vorallem nach der Waschstrasse wieder deaktivieren, was bei mir auch schon zu Hektik führte, da ich es irgendwie nicht schaffte, aber ich hoffe ich habe den Dreh mittlerweile raus. Das Auto ist zwar lang und breit, aber mit den vielen Helferlein und Sensoren hat man die Situation jederzeit unter Kontrolle. Der Autopilot ist der Hammer und ich vertraue Tesmeralda jeden Tag mehr. Vor allem in Stau- oder stockenden Kolonnenverkehr Situationen wird man extrem entlastet. Jetzt wo es Winter wird, beginnt man die Standheizung zu lieben! Von 10° auf angenehme 20° dauert es nur ca. 10 Minuten und kostet 3km realistische Reichweite, bequem per Handy eingestellt, diese Funktion werde ich wohl öfter brauchen :-). Bin gespannt auf meine Tests in Samaden von -10° auf 20°.

Fazit. Immer noch der Hammer. Zurück zu einem Benziner? Never! Tesla ist für mich die Quadratur des Kreises und ich freue mich auf jeden Kilometer, den ich in diesem Fahrzeug zurücklegen darf.

22 November, 2015

Kundenbesuch in Bern

Unter der Woche bin ich ja eher selten mit unserer Tesmeralda unterwegs, da es mit dem Velo (e-bike notabene) einfacher ist. Auch gehen wir normalerweise mit dem Zug nach Bern, da die Strecke Bern-Zürich nicht zu den problemlosesten gehört. Dieses Mal war es jedoch etwas anders. Wir waren einerseits zu zweit unterwegs und mein Halbtax Abo ist abgelaufen, da ich mich nicht mit dem neuen SBB Swisspass anfreunden kann.

Natürlich reicht der Strom hin und zurück, aber ich habe mich dennoch schlau gemacht ob es zufälligerweise in der Nähe eine Stromladestation hat. Und siehe da, nur ein paar Meter vom Kunden entfernt stellt die EWB (Energie Wasser Bern) tatsächlich eine Ladestation zur Verfügung, welche ich natürlich nutzen wollte. Vor Ort war die Enttäuschung aber einmal mehr gross. Die beiden Parkplätze vor der Ladestation waren mit Benziner besetzt! Ich begab mich zum Empfang um nachzufragen ob ich hier aufladen könne. "Das sind Kundenparkplätze und wenn die besetzt sind, ist es leider nicht möglich." war die Antwort. Na toll! Das ist der Sinn von Ladestationen, dass sie von Benzinern besetzt werden. Ich überlege mir das nächste Mal bei der Tankstelle auch vor der Säule zu parkieren und im Shop gemütlich einen Kaffee zu schlürfen. Da ich nicht auf den Strom angewiesen war, zog ich von dannen und suchte einen Parkplatz in einem Parkhaus.

Zurück vom Kundenbesuch, irrten wir noch ein bisschen in dem ziemlich unübersichtlichen Parkhaus umher und fanden zufällig eine Stromtankstelle, die sogar nicht von einem Benziner besetzt war. Warum die Freude nicht von langer Dauer war seht ihr auf dem Bild:

AUSSER BETRIEB!
So sieht die Elektromobilität im Moment für Nicht-Tesla-Fahrer leider aus! Verlass ist auf die Stromtankstellen nicht im entferntesten. Da bleibt noch viel zu tun!

Wir kamen noch gut zurück und in Egerkingen warteten fünf freie Supercharger auf uns. Nach einem kurzen Lunch im Mövenpick, fuhren wir vollgeladen weiter. Ausser mit einem Tesla hätten wir diese einfache Reise mit keinem E-Mobil hingekriegt und das ist schade.

26 Oktober, 2015

Neuer Tesla wurde geliefert - über Nacht

Keine Angst, weder mussten Leute für mich am Sonntag arbeiten um das Auto zu liefern, noch habe ich physisch einen neuen Tesla. Aber fast. Im klassischen Autogeschäft kauft man ein Auto und ärgert sich spätestens ein Jahr später, dass man diese und jene Funktion nicht hat, was einen dazu bringt in spätestens 3-4 Jahren ein neues Auto anzuschaffen um all die tollen neuen Gimicks zu bekommen.

Bei Tesla läuft das etwas anders. Sofern man die Hardware hat (und diese ist seit ca. Oktober 2014 standardmässig eingebaut) profitiert man von allen neuen Features, die mit dieser Hardware möglich sind. So hat Tesmeralda seit sie geliefert wurde einen Notbremsassistenten, Totwinkelwarner, einen adaptiven Tempomaten und noch mehr spendiert bekommen. Seit gestern kam eine Lenkautomatik, Spurwechselautomatik, Kollisionswarn- und Vermeidungssystem und Einparkautomatik hinzu, besser bekannt unter "Autopilot". Und den musste ich natürlich gleich testen :-). Und das ganze GRATIS (sofern die Hardware 1x aktiviert, resp. bezahlt wurde).

Also, nach der Installation ab auf die Autobahn. Man sieht im Display ziemlich gut, wann der Autopilot aktiviert werden kann. Innerorts mit den vielen Kreiseln und wechselnden Markierungen ist es nicht zu empfehlen, zu oft ist das System verwirrt.

Aber auf der Autobahn mit den klaren Markierungen hat es wirklich tadellos geklappt. Sogar die Baustellenmarkierung hat es erkannt, zumindest auf dem Hinweg. Auf dem Rückweg, auch wegen der blendenden Sonne wurden die orangen Linien der Baustelle teilweise nicht erkannt. Es ist schon etwas creepy wenn das Auto alleine steuert, aber im Stop-and-go Verkehr sehr hilfreich. Ich möchte aber noch betonen, dass ich das Steuerrad immer in den Händen hatte. Ich sage das nicht nur aus rechtlichen Gründen. Denn sollte der Autopilot etwas falsch interpretieren muss man wirklich schnell in der Lage sein zu reagieren, die Software ist sehr wahrscheinlich noch lange nicht 100% zuverlässig und das ist wohl Voraussetzung.

Bin gespannt wie es weitergeht. Auf dem Programm steht eine komplette Überarbeitung des Interfaces und dafür hat Elon Musk auch bereits via Twitter gefragt, was man denn gerne so geändert hätte. Bin gespannt was übernommen wird. Dass auf die Kunden gehört wird, zeigt Tesla immer wieder. Mit dem Software update kam auch eine Überarbeitung des Dashboards, wo man Temperatur und Uhrzeit aus der permanenten Anzeige verbannt hatte. Die Besitzer waren gar nicht glücklich und haben das über verschiedene Soziale Medien kundgetan. Fakt ist, bei meiner Version befindet sich die Temperatur und die Uhrzeit bereits wieder auf dem Dashboard ;-)

In Zukunft soll die Software auch in der Stadt für mehr Sicherheit sorgen und Stopsignale wie auch Ampeln erkennen können. Alles franko und gratis, ohne ein neues Auto kaufen zu müssen. Ja, ich gebs zu, mir gefällt die neue Philosophie.

Stay tuned!

18 Oktober, 2015

Reise nach Wien

Nun ist es soweit, meine erste lange Reise in einem Tesla ist Realität. Es geht nach Wien und mit über 750Km sind Besuche an Supercharger wohl unumgänglich ;-). Google Maps gibt eine Reisedauer von 7.5 Std. an, wohlgemerkt ohne Zwischenstopp. Tesla gibt mit Superchargerstopp 9.5 Std. an. Somit denke ist, dass ich mit dem Tesla ca. 1 Std. länger brauchen werde als ein Benziner.

Vollgeladen mit 492km "gerateten" und 393km realistischer Reichweite geht's los. Ohne Probleme und mit über 150km Restreichweite erreichen wir Aichstetten. Als einzige an der Ladestation, beträgt die Ladekapazität ca. 380Km/Std. Gerade daneben eine grosse Raststätte mit Tankstelle, Shop und Restaurant ist die Verpflegung und Pause kein Problem. Ca. 20/30 Minuten später, setzen wir unsere Tour fort mit über 340km Reichweite.

Gemäss Map sollten wir in der Nähe von Rosenheim für ca. 20 Minuten am Supercharger laden. Doch irgendwie hat es sich Tesmeralda anders überlegt und will nach Jettingen und dort mit 0 Minuten laden! Weil ich der Navigation folgte, kostete uns das eine gute Viertelstunde, da wir so auch noch in den einzigen Stau auf der ganzen Reise gerieten :-(. Da besteht noch Verbesserungspotential.

Es ist ziemlich schwierig Tesmeralda vom Gegenteil zu überzeugen und so haben wir Rosenheim halt manuell eingegeben, was wir auch ohne Probleme erreichten. Der Supercharger befindet sich gleich neben einer Tankstelle mit bescheidenem Snackangebot. 5- 10 Minuten zu Fuss entfernt wäre eine grosse Raststätte, aber da waren wir zu faul. So haben wir was kleines gegessen und nach 30 Minuten stiegen wir wieder in ein fast vollgeladenes Auto. Nächster Halt Linz.

Es ist noch zu sagen, dass in Deutschland Internet tatsächlich "Neuland" ist. 3G Empfang ist die Ausnahme, im besten Falle Edge. So konnten wir auch mal das UKW Radio testen. Zudem verfügte keine der Raststätten über WLAN! Nicht einmal ein kostenpflichtiges!

In Österreich hat es ja nicht allzu viele Supercharger (aber immerhin eine viel bessere 3G Versorgung). Aber gerade in der Umgebung von Linz sind es zwei. Wir haben uns für den näheren entschieden und das war wohl ein Fehler. 1. mussten wir relativ weit von unserer Route abweichen und 2. ist der Supercharger gleich beim Tesla Store, nur hat der am Sonntag geschlossen. Somit war es nichts mit Kaffee oder WC und wir mussten uns die 30 Minuten vor Ort vertreiben. Es wäre noch gut wenn auf der Karte vermerkt wäre ob es Toiletten und Verpflegungsmöglichkeiten gibt, oder zu welchen Zeiten. Aber wir konnten mit dem Linzer Tesla Taxifahrer sprechen und er wie auch seine Kunden sind sehr zufrieden mit dem Auto, das hört man doch gerne ;-)

Mit 180 verbleibenden KM und 240 geladenen ging es weiter mit der letzten Etappe nach Wien. Da wir keine Pinkelpause in Linz machen konnten, gab es einen zusätzlichen Stopp an einer Raststätte. Dort hatte es doch tatsächlich ca. 6 Elektroladestationen und das wollte ich ausprobieren, da ich eh nur noch 78km übrig hatte (bei 32 zu fahrenden). Nach diesem erfolglosen Versuch, weiss ich, dass die Elektromobilität noch einen weiten Weg hat. Als erstes muss man über eine spezielle Karte verfügen oder irgendwo registriert sein um den Strom zu beziehen. Warum genügt nicht einfach eine Kreditkarte wie bei einer Tankstelle?!? Da legt sich die Industrie selber Steine in den Weg, oder ist das gewollt, damit die E-Mobilität einfach keine Chance hat? Ich bin bestimmt kein Verschwörungstheoretiker, aber sich in der heutigen Zeit ein so kompliziertes System auszudenken ist schon idiotisch, sorry. Gut, kein Ausländer schafft es mit einem E-Mobil nach Wien (ausser Teslafahrer), aber man sollte etwas in die Zukunft denken.

Auch in Wien sind die Supercharger überraschenderweise an einem unwirtlichen Ort. Nur Industriegebäude und kein Restaurant oder Verpflegungsstation weit und breit. Der erste Supercharger hat dann leider nur mit 120km/Std. geladen, aber der Wechsel zum Platz neben an erhöhte dann die Leistung auf beeindruckende 485km/Std. So konnten wir schon nach einer Viertelstunde den Weg ins Hotel antreten. Es bleibt noch zu erwähnen, dass es im Parkhaus auch Elektroladestationen hatte, aber auch diese waren nur mit speziellen Apps oder Karten zu bedienen!

Fazit: Die Reise war lang, aber massiv weniger anstrengend wie in meinem letzten Auto (Saab 9-5 Aero Kombi) einerseits wegen den regelmässigen Pausen, andererseits auch wegen dem adaptiven Tempomaten (der einem wirklich viel Arbeit abnimmt) und machte viel Spass. Ich freu mich auf die Rückfahrt :-).



28 September, 2015

Verkaufsstatistiken

Aus meiner Sicht verlief der Monat ziemlich ruhig. Eine Woche verbrachte ich noch in Las Vegas und ansonsten war ich nicht allzu viel mit Tesmeralda unterwegs. Bis jetzt haben wir es geschafft ohne Kratzer (auch nicht bei den Felgen) über die Runden zu kommen, bei der Breite des Autos gar nicht so einfach, da die Einfahrten und Parkplätze in der Schweiz doch teilweise sehr eng sind.

Viel läuft jedoch in der Automobil Branche. Tesla präsentiert am 29. September das Model X (der SUV von Tesla) der breiten Öffentlichkeit. Obwohl das Auto ca. $5'000 teurer wird als das Model S mit vergleichbarer Ausrüstung, glaube ich, dass das Auto ein Erfolg wird. Wenn wohl auch eher in den USA als in Europa. Dann kam natürlich noch #dieselgate von VW dazu. Ich denke der Skandal verhilft Elektroautos zu mehr Glaubwürdigkeit, auch wenn es das Model 3 braucht um Volumen zu erzielen, der Weg ist geebnet.

Dann machte ich noch eine interessante Bekanntschaft mit einem jungen Tesla-Fan am Supercharger in Dietlikon. Er wusste sehr viel über Tesla und so konnten wir während des Aufladens etwas fachsimplen. Das ist bestimmt auch etwas, das nur mit wenigen Marken möglich ist :-)

"Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du." Das Sprichwort ist von Mahatma Gandhi und trifft aus meiner Sicht auf Tesla zu. Wir befinden uns jetzt in Phase 3, da ein Tesla-Killer nach dem anderen vorgestellt wird (lassen wir uns bei der Umsetzung überraschen). Nur Porsche- und jetzt VW-Chef Müller scheint Tesla nicht ernst zu nehmen (oder gibt es auf alle Fälle nicht zu). Daher werde ich das Model S mit ein paar direkten Konkurrenzmodellen aus meiner Sicht vergleichen. Denn ein Vergleich mit einer Marke ist unfair, da Tesla im Moment nur aus einem Modell besteht und so klein und unbedeutend erscheint (wobei sie bereits doppelt so viele Autos verkauft haben wie Maserati mit allen Modellen!). Somit stelle ich die Statistik in eine Relation, die Sinn macht.

Als Hauptkonkurrenten habe ich die folgenden Autos definiert:

  • Porsche Panamera (ähnliche Leistung, 5 Sitzer, schwer, teuer)
  • Mercedes S Klasse (indirekter Konkurrent, aber ehemaliger (aktualisiert 19.4.16) Leader der Luxusklasse)
  • BMW 7er Serie (Luxusklasse von BMW)
  • BMW i8 (wird als Elektrorivale dargestellt obwohl es ein Hybrid ist!)
  • BWM i3 (immerhin als Elektroauto eine Konkurrenz)
  • Audi A8 (Luxusklasse von Audi)
  • Audi A7 (Luxuscoupé mit Ähnlichkeiten zu Tesla im Design)
  • Maserati (hier nehme ich gleich alle Autos zusammen, weil ausser dem Ghibli, werden alle nur in homöopathischen Dosen verkauft)
Wenn man die Zahlen so sieht, wird einem klar, dass wohl alle Hersteller es jetzt schon vorzögen, dass sie die Autos von Tesla zusätzlich verkauft hätten. Es muss auch noch erwähnt werden, dass Tesla keine eigene Autos kauft um die Statistiken zu schönen und dass es auch keine Händlerkäufe gibt. Ich glaube auch nicht, dass Porsche mit dem Absatz des Panamera und BMW mit dem i8 zufrieden sind ;-).

Hier der Link (wird jeweils ca. mitte Monat aktualisiert)

Hier die aktuellen Grafiken:

Verkäufe pro Monat bis August 2015:
 Verkäufe Total bis August 2015


06 September, 2015

Der erste Monat

Die Zeit verging einmal mehr wie im Flug. Und in einem solchen wähnt man sich auch, wenn man in einem Tesla unterwegs ist. Ein Monat ist ein guter Zeitraum für ein erstes Fazit.

Obwohl ich nicht lärmempfindlich bin und mich auch in Diskotheken oder an Konzerten sehr wohl fühle, fasziniert mich Stille beim Fahren immer wieder. Ich erinnere mich an meine erste Reise in einem ICE nach Südfrankreich vor vielen Jahren, wo dank der Klimaanlage die Fenster nicht mehr geöffnet werden konnten und dank der guten Isolation die Reise viel ruhiger war als in einem klassischen (mittlerweile alten ;-)) Wagon. Die Stille hat mich so fasziniert, dass ich es immer wieder erwähnte und so meine Kollegen ziemlich nervte.

Ca. 30 Jahre später dasselbe beim Auto. Ich kann einfach nicht genug davon kriegen. Viele Kommentare lauten "ja, aber ich brauch den Sound". Und bei mir ist es genau das Gegenteil! Die erhabene Stille, vorallem in der Stadt und das vibrationsfreie Fahren, geben mir ein Gefühl des Fliegens. Aber auch auf der Autobahn ist es vielmehr ein Gleiten als ein Fahren. Kein grosser Motor vibriert vor sich hin um das Auto vorwärts zu bringen und dank des niedrigen cw Wertes sind auch die Windgeräusche absolut im Rahmen, gefühlt eher tiefer. Auch bei der Beschleunigung. Dieses Auto muss nicht zur Leistung geprügelt werden. Auch war der Saab mit 260PS nicht schlecht motorisiert, aber jede Beschleunigung wurde mit einem lauten murren quittiert, so dass ich es lieber sein liess. Jetzt droht die Gefahr von ganz anderer Seite, dem Gesetz. Es geht so schnell und so leichtfüssig und ohne murren, dass das Risiko einer Geschwindigkeitsübertretung massiv gestiegen ist.

Nach einem Monat sind es aber auch andere Dinge, die einem auffallen. Aufgrund unseres Fahrverhaltens (ca. 30 bis max. 150Km am Tag) konnten wir Tesmeralda immer über Nacht an der herkömmlichen 220V Steckdose in unserer Garage aufladen. Kein Besuch einer Tankstelle, wo man für ein bisschen Benzin über den Tisch gezogen wurde. Ca. CHF 250 an Benzin (minus CHF 40 für Strom) gespart und CHF 40 für die Strassenverkehrssteuer, abgesehen von den ganzen Emissionen.

Ganz cool ist auch das Einsteigen. Klar "keyless" Entry haben mittlerweile viele Autos in dieser Klasse, aber Tesla geht einen Schritt weiter. Wenn man die Tür öffnet werden alle Systeme hochgefahren und stehen bereit bis man sitzt. Inkl. der letzten Radiostation oder Verbindung zum iPhone mit dem zuletzt gespielten Lied. Die Internet Radiostationen sind der Hammer! Ein unendlicher Fundus an Stationen, doch leider fehlt eine Suchfunktion, die würde ich mir noch wünschen. Ach ja, 3G-Internet ist in einem Tesla europaweit und für 8 Jahre inklusive, ohne jegliche Mehrkosten! Auch einen Start/Stopp Knopf sucht man vergeblich. Durch drücken auf die Bremse ist der Motor bereit. That's it! Aussteigen ist noch einfacher. Wählhebel auf "P", Türe auf, aussteigen, weglaufen. Der Rest macht das Auto. Ich habe aber immer noch latent das Gefühl, was vergessen zu haben. Die Musik wird leiser wenn man die Fahrertür öffnet (sollte aber auch meiner Sicht auch bei den anderen Türen so sein) und lauter wenn man sie wieder schliesst. Wenn wir uns der Garage nähern erscheint auf dem Bildschirm der "Home" Button um die Garage per Klick zu öffnen.

Und es gibt sie doch, die Verbesserungsmöglichkeiten. Neben der erwähnten Suchfunktion bei den Internetradios und der Lautstärkenreduktion beim Öffnen aller Türen, würde ich es noch begrüssen wenn auch die E-Mails, SMS oder WhatsApp Nachrichten über den Center-Screen gelesen werden könnten. Falls Sicherheitsbedenken bestehen halt nur im "P" Modus. Über die App kann man das Sonnendach schliessen, aber nicht die Fenster.

Fazit des ersten Monats. WAHNSINN auch ohne "INSANE" Modus. Ein solches Auto fahren und besitzen zu dürfen ist ein grosses Privileg und darüber freue ich mich jeden Tag aufs neue.

Noch ein paar Statistik Facts:
  • gefahrene Kilometer = 1'757
  • Verbrauch 370 kWh = 211 Wh / Km
  • Kosten Niedertarif Naturstrom basic = ca. CHF 40 weil ca. 70kWh an Superchargern zum Nulltarif geladen wurde


30 August, 2015

Das erste Problem

Vor etwas mehr als einer Woche war es uns nicht mehr möglich unsere Tesmeralda per Handy zu orten, auch war es nicht mehr möglich Internetradio zu hören und auf dem Display fehlte der "3G" Hinweis. So muss man kein Genie sein um darauf zu kommen, dass evtl. die Internetverbindung nicht mehr funktioniert.

Nach Konsultation des digitalen Handbuches fand ich eine Möglichkeit über die Sprachwahl, den Screen neu zu starten. Zwar wechselte die Sprache aber das Problem wurde nicht gelöst. Und ein Tesla ohne Internetverbindung ist zwar nicht unbrauchbar, aber es schränkt schon ziemlich ein, da auch die Navigation mit Echtdaten arbeitet. So machte ich mich auf zum Zürcher Tesla Store, wo mir sofort jemand zu Hilfe kam. Die bessere Art den Screen neu zu starten ist mit den beiden Rollknöpfen am Steuerrad. Die hält man ein paar Sekunden gedrückt... und siehe da, nach dem Neustart war alles wieder in Ordnung. Wie gesagt, das Teil ist mehr Computer als Auto und so muss man es auch behandeln.

Etwas später gab es auch einen Minor Software Update mit kleinen Verbesserungen. Den Update programmierte ich auf 4 Uhr morgens und er verlief ohne Zwischenfälle. Aber alle warten auf das grosse 7.0 Update mit starken Verbesserungen der Autopilot Funktionen (sprich Spurhalteassistent mit Selbstlenkung und Selbstparkierfunktion) und wie ich bei Teslamag gesehen habe, Anpassungen beim Display. Da werde ich an dieser Stelle bestimmt darüber berichten.

Zudem hatte ich noch 4 Probefahrten vereinbart. Auch wenn aus verschiedenen Gründen nicht alle zu Tesla rennen und einen kaufen, beeindruckt das Fahrverhalten und das "dahingleiten" allemal.

Ach ja, und wenn man so begrüsst wird, beklagt man sich auch nicht :-)

Danke für's lesen und bis demnächst.

24 August, 2015

Tesla Joy Rides

Nachdem es sich etwas rumgesprochen hatte, dass wir einen Tesla kaufen, kamen die ersten Anfragen nach Probefahrten doch relativ schnell :-) und ich komme dem sehr gerne nach, denn auch ich freue mich auf jeden KM mit diesem Auto und ich mache mir schon Sorgen ob ich der Versicherung mit 15'000 Km im Jahr nicht zuwenig angegeben haben (solche Sorgen machen sich sehr wahrscheinlich nur Schweizer)

Die erste Probefahrt war mit meinen Eltern, mein Vater ein langjähriger Prius Fahrer war natürlich sehr gespannt auf die "nur" elektrische Weiterentwicklung. Es war nur eine relativ kurze Runde da noch ein Fisch im Steamer schmorte, aber die hat sehr gefallen, wobei die Beschleunigung für meine Mutter dann doch etwas viel war.

Meine Schwester mit ihren Kindern ist zwar nicht sehr Auto affin, aber auch ihr und den Kindern entlockte die Probefahrt mit Beschleunigung auf der Autobahn ein erfreutes Lächeln. Die Kindern wollten "nochmal" und "mehr" und fühlten sich auf einer Achterbahn. Dass das ganze mit keinem Lärm und keinen Emissionen kommt, hat auch meine Schwester schwer beeindruckt. Nicht, dass sie jetzt gleich einen kaufen geht, aber die Zukunft des Automobils ist es für sie alleweil.

Bei ehemaligen Nachbarn die wir zufälligerweise getroffen haben war es ähnlich, wobei ihr Bub den Tesla schon von weitem erkannte und auch schon ziemlich viel von dem Auto wusste. Mein Nachbar beeindruckte vor allem der verschwenderische Platz. Er war der Meinung, dass es ein "nutzloses" Spielzeug ohne Platz für die Famile war. OK mit seinem VW-Bus kann es auch der Tesla nicht aufnehmen, aber dafür punkten wir ökologisch doch um einiges mehr, von der Beschleunigung reden wir mal nicht.

Der Vater meiner Partnerin war zu Beginn nicht so überzeugt. Reichweite, Beschleunigung etc. waren seine Bedenken. Einen ersten Augenschein nahm er bereits am ersten Tag, jedoch ohne zu fahren.  Eine Woche später ergab sich eine gute Gelegenheit zur Probefahrt. Zuerst fuhr ich eine Runde und machte ihn vertraut mit den Eigenheiten. Eine Autobahn Auffahrt gab mir Gelegenheit die Beschleunigung zu demonstrieren und das immer verfügbare Drehmoment. Dies beeindruckte ihn dann doch ziemlich. Die zweite Runde ging an ihn. Selber am Steuer ist es fast noch eindrücklicher, kein Schalten, keine optimale Drehzahl. Nur der Druck auf das "Gas"Pedal genügt um den Tesla nach vorne schiessen zu lassen, absolut geräuschlos (abgesehen vom Fahrtwind) und mit einer Leichtigkeit die seinesgleichen sucht. Egal bei welcher Geschwindigkeit. Nach dieser Runde stieg er sehr beeindruckt aus und ich bezweifle, ob er sich jetzt noch einen Verbrenner anschafft :-), sorry liebe konventionelle Autoindustrie, euch bleibt nicht mehr viel Zeit zu reagieren.

16 August, 2015

Tesla und Hunde

Ein weiterer Knackpunkt bei unserer Entscheidung war, passen 1 grosser (ca. 72cm Schulterhöhe) und 1 mittelgrosser Hund (ca. 60cm Schulterhöhe) rein? Natürlich am besten hinten. Irgendwie haben wir uns nie getraut es zu testen, da wir nicht in einem brandneuen Tesla bereits Hundehaare hinterlassen wollten. Aufgrund meiner Einschätzung des Kofferraums, er ist doch ziemlich tief, sollte es eigentlich gehen. Eine Option war es auf das Model X zu warten, welches sich aber immer wieder verzögerte, die andere Option wäre gewesen einen Hund auf die Rücksitzbank zu nehmen und jeweils anzuschnallen oder eine spezielle Vorrichtung zu installieren. Beide Optionen wären Notfalls möglich, aber bestimmt nicht unsere bevorzugte Lösung. Kurz nachdem wir unser Auto bekommen haben, haben wir unsere Hunde gepackt und in den Kofferraum beordert ;-), hier ist das Resultat:

Wie man sieht passt es ganz gut :-) und wenn beide liegen sind die Platzverhältnisse nicht beengt. Was jedoch definitiv zu empfehlen ist, vor allem bei heissem Wetter, die hinteren Scheiben und die Heckklappe zu tönen, sonst staut sich hinten die Hitze. Wir konnten dort keine separaten Lüftungsschlitze ausmachen. So waren wir uns einig, wenn auch aus verschiedenen Gründen ;-). Mit der Standklimaanlage, die sehr effizient ist, kann man es sogar verantworten die Hunde für kurze Zeit im Auto zulassen.

Neugierige Blicke aus der 3. Reihe :-) auch praktisch ist, dass kein Hundegitter nötig ist. Der Zwischenraum ist zu klein um sich hindurch zu zwängen. Zumindest für unsere Hunde.

Das wärs wieder mal von der Teslafront, bald mehr über die diversen "Joy-Rides" mit Freunden und Verwandten, soviel sei verraten, der Tesla Virus verbreitet sich ziemlich schnell :-)