28 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Der Aufenthalt

Die Spannung war gross wie sich Tesmeralda im Schnee verhält. "Leider" war der Julier wie fast immer schneefrei und auch sonst waren die Strassen ziemlich gut geräumt. Ein super geeigneter Platz etwas ausserhalb von Samedan wurde von Mercedes gemietet, wo sie mich zu meiner Überraschung nicht haben wollten ;-).

Einmal schneite es jedoch ziemlich stark über Nacht und ich konnte das Verhalten etwas testen. Kurzes Fazit: Das Antischlupf System (welches nicht komplett ausgeschaltet werden kann) schaltet sich sehr schnell ein und verhindert Schleudern effizient. Eine Handbremse fehlt im Auto ja komplett, so dass auch diese Spielerei wegfällt. So bleibt mir nichts anderes übrig als beim nächsten Tesla Winterfahrtraining mehr herauszufinden.

Eine schneebedeckte Steigung zu einem Restaurant meisterte Tesmeralda auf alle Fälle souverän. Dank des direkten Elektorantriebes kann die Kraft sehr fein dosiert werden. Der Heckantrieb ist dank der gleichmässigen Gewichtsverteilung eher ein Vor- als ein Nachteil und bis jetzt ist das Verhalten besser als im Saab, nichtsdestotrotz würde ich den Dual Motor (4x4) bevorzugen ;-). Ist die Steigung zu steil oder der Boden zu rutschig, drehen die Räder nicht durch, sondern bleiben stehen.

Immer wieder ein Thema bei Elektromobilität ist der Reichweitenverlust bei tiefen Temperaturen. Die Temperaturen im Engadin waren auch schon tiefer und in der Garage betrug die Temperatur ca. 5°. Über Nacht gingen so ca. 5KM Reichweite verloren, auf den ganzen Tag gerechnet schätze ich ca. 10KM, somit kann ein vollgeladener Tesla ca. 30 Tage ohne Strom in der Kälte stehen gelassen werden, da ist kein so schlechter Wert.

Das absolute Hammer Feature ist jedoch die Standheizung! Ja ich weiss, ist bei Benzinern (meist gegen einen hohen Aufpreis) auch möglich. Je nach Kälte einfach 10 - 15 Min. vor Abfahrt über die App oder das Smartphone die Heizung einschalten. Danach ist es innen wohlig warm, die Scheiben sind enteist und nicht beschlagen, einfacher geht es nicht. Und die Kosten? Je nach Temperatur ca. 3 - 5 KM Reichweite, was aus meiner Sicht absolut vertretbar ist. Ach ja, was der Benziner dann nicht schafft, im Sommer gibt es natürlich eine Standkühlung :-)

Fazit: Auch im Winter unschlagbar und das jetzt nicht aus der ökologischen oder ökonomischen Perspektive, einfach aus Sicht Komfort, Bequemlichkeit und Spass. Es ist das Auto der Zukunft und im Moment ist nichts in Sicht, was ihm das Wasser reichen kann ;-)


21 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Aufladen


Schlau wie ich bin, habe ich das "normale" Aufladekabel, welches an jede normale Haushaltsteckdose angeschlossen werden kann, vergessen. Da wir zu der Ferienwohnung auch eine Garage haben, hätte ich es gut nutzen können  :-(.

Angekommen in Samedan, haben wir uns in St. Moritz zum Spaziergang verabredet, so konnte ich gleichzeitig den Supercharger im Parkhaus Serletta nutzen und Tesmeralda wieder aufladen.

Doch der erste Ärger war gross. Nicht weil alle Stationen besetzt waren, sondern weil der Fahrer eines Benziners zu faul war einen Parkplatz zu suchen. Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht allzu schnell aus der Fassung zu bringen bin, aber das ärgert mich gewaltig! Zufälligerweise trafen wir den Besitzer beim verlassen des Parkhauses. Darauf angesprochen war die Antwort "es hatte halt keinen freien Parkplatz und jetzt seien ja auch noch nicht alle Stationen besetzt". Ich habe nun bei Tesla nachgefragt ob die Möglichkeit besteht abschleppen zu lassen. Die Antwort steht noch aus.

 

Nebenan hatte es zusätzlich 3 "normale" Aufladestationen wovon 2 mit Benzinern besetzt waren (den 3. hatte ich bei seiner Ankunft verscheucht ;-)!  Das Verständnis für Elektromobilität ist leider noch nicht sehr gross.

Wie es sonst so war in Samedan folgt im nächsten Post. So long.


19 Februar, 2016

Ferien in Samedan - Die Anreise

Der erste Härtetest in den Schweizer Bergen steht bevor, denn unsere Skiferien im Engadin stehen an. Ich bin sehr gespannt wie sich Tesmeralda in den Bergen aufführt. Los ging es am Samstag vollgeladen mit 2 grossen Koffern, 1 grossen Schuhtasche, Damen-Necessaire, Nespresso-Maschine, 2 Laptops, Snowboard, Pokerkoffer, Hundefutter für 1 Woche und 2 Hunden. Der Frunk erweist sich als Segen und schlussendlich bleibt mehr Platz als in unserem ehemaligen Saab 9-5 Kombi!

Tesla FrunkBepackter RücksitzBusiness Class für unsere Hunde

Vollgeladen mit 390 (realistischen) KM geht's los. Die 215 KM nach Samedan sollten somit kein Problem darstellen. Wir haben uns noch mit meinem Vater an der Raststätte Glarnerland verabredet, was wir jedoch wegen eines Staus, vor dem uns Tesmeralda sehr gut gewarnt hatte, ins Heidiland verschoben haben. Im Heidiland herrschte Hochbetrieb und wir beschlossen beim Supercharger in Maienfeld bei Bad Ragaz unseren Kaffe zu trinken. Es hat grosse Vorteile am Mainstream vorbei zu planen ;-), denn wir tranken unseren Kaffee ganz ohne Stress in einem nicht überfüllten Hotel und haben ganz nebenbei unserer Tesmeralda 100 zusätzliche KM beschert.

Die Fahrt über den Julier nach Samaden war problemlos, ich hätte zwar gerne die Kurven- und Beschleunigungsqualitäten von Tesmeralda getestet, aber ich wollte meinen Vater nicht überholen und meine Partnerin wie wohl auch die Hunde haben weniger Freude an sportlich gefahrenen Kurven. So fuhr ich sehr ökonomisch und verfügte auf der Julier Passhöhe noch über 185 Rest-KM. Aufgrund der Rekuperation war das auch der Restkilometerstand in Samedan! So haben wir für effektive 240 KM, ca. 300 realistische KM gebraucht, was etwa 20% Mehrverbrauch bedeutet, aber im Winter bei den kühlen Temperaturen und der Passfahrt etwa der Regel entspricht.

Im nächsten Post, geht es um den Supercharger in St. Moritz, Fremdparkierer, fahren im Schnee und Energieverbrauch über Nacht und bei kalten Temperaturen.

13 Dezember, 2015

Kleiner Rückblick

Seit ca. 4 Monaten fahre ich nun Tesla und es ist an der Zeit für einen kleinen Review.
  • Zurückgelegte KM: 7'334, verbrauchte kWh 1'636, ø 223 Wh/km
Probleme? Ja, ein paar ganz kleine wie: Das 3G hat nicht funktioniert und ich musste den Bildschirm rebooten. Unangenehmer war, dass einmal die Ladeanschlussklappe in Österreich nicht aufging, auch hier hat nur ein kleiner Reboot geholfen ;-). Dann beim Wechsel auf Winterpneus beschied man mir, dass die Spur nicht stimme. Dies lies ich in der Garage in Winterthur beheben, ein Ersatz Tesla (ein 70kw Modell) wurde mir gratis zur Verfügung gestellt. Es stellte sich heraus, dass die Spur nur sehr minim abgewichen war und die Garage verzichtete netterweise auf eine Verrechnung. Herzlichen Dank noch an dieser Stelle für die grosszügige Handhabung.

Kosten? Wenig. Ca. 400 kWh habe ich an Superchargern geladen, die restlichen 1'200 kWh hätten mich zum Nachttarif CHF 0.20 / kWh ca. CHF 240 gekostet, beim Saab mit ca. 10l / 100km wären das gut und gerne CHF 1'000 gewesen. Reparaturen 0, Wechsel Winterreifen mit Einlagerung CHF 160.--, Strassenverkehrssteuer 0, Versicherung ca. CHF 150 / Monat. Summa summarum ist das Auto ziemlich günstig im Unterhalt und da liegt auch der grosse Unterschied zu anderen teuren Autos.

Und sonst so? Durch eine Waschanlage fahren ist mit einem Tesla gar nicht so einfach ;-). Steigt man einfach aus ohne das "P" einzulegen, macht es Tesmeralda automatisch. Man muss also im Menu den Appschleppmodus aktivieren und vorallem nach der Waschstrasse wieder deaktivieren, was bei mir auch schon zu Hektik führte, da ich es irgendwie nicht schaffte, aber ich hoffe ich habe den Dreh mittlerweile raus. Das Auto ist zwar lang und breit, aber mit den vielen Helferlein und Sensoren hat man die Situation jederzeit unter Kontrolle. Der Autopilot ist der Hammer und ich vertraue Tesmeralda jeden Tag mehr. Vor allem in Stau- oder stockenden Kolonnenverkehr Situationen wird man extrem entlastet. Jetzt wo es Winter wird, beginnt man die Standheizung zu lieben! Von 10° auf angenehme 20° dauert es nur ca. 10 Minuten und kostet 3km realistische Reichweite, bequem per Handy eingestellt, diese Funktion werde ich wohl öfter brauchen :-). Bin gespannt auf meine Tests in Samaden von -10° auf 20°.

Fazit. Immer noch der Hammer. Zurück zu einem Benziner? Never! Tesla ist für mich die Quadratur des Kreises und ich freue mich auf jeden Kilometer, den ich in diesem Fahrzeug zurücklegen darf.

22 November, 2015

Kundenbesuch in Bern

Unter der Woche bin ich ja eher selten mit unserer Tesmeralda unterwegs, da es mit dem Velo (e-bike notabene) einfacher ist. Auch gehen wir normalerweise mit dem Zug nach Bern, da die Strecke Bern-Zürich nicht zu den problemlosesten gehört. Dieses Mal war es jedoch etwas anders. Wir waren einerseits zu zweit unterwegs und mein Halbtax Abo ist abgelaufen, da ich mich nicht mit dem neuen SBB Swisspass anfreunden kann.

Natürlich reicht der Strom hin und zurück, aber ich habe mich dennoch schlau gemacht ob es zufälligerweise in der Nähe eine Stromladestation hat. Und siehe da, nur ein paar Meter vom Kunden entfernt stellt die EWB (Energie Wasser Bern) tatsächlich eine Ladestation zur Verfügung, welche ich natürlich nutzen wollte. Vor Ort war die Enttäuschung aber einmal mehr gross. Die beiden Parkplätze vor der Ladestation waren mit Benziner besetzt! Ich begab mich zum Empfang um nachzufragen ob ich hier aufladen könne. "Das sind Kundenparkplätze und wenn die besetzt sind, ist es leider nicht möglich." war die Antwort. Na toll! Das ist der Sinn von Ladestationen, dass sie von Benzinern besetzt werden. Ich überlege mir das nächste Mal bei der Tankstelle auch vor der Säule zu parkieren und im Shop gemütlich einen Kaffee zu schlürfen. Da ich nicht auf den Strom angewiesen war, zog ich von dannen und suchte einen Parkplatz in einem Parkhaus.

Zurück vom Kundenbesuch, irrten wir noch ein bisschen in dem ziemlich unübersichtlichen Parkhaus umher und fanden zufällig eine Stromtankstelle, die sogar nicht von einem Benziner besetzt war. Warum die Freude nicht von langer Dauer war seht ihr auf dem Bild:

AUSSER BETRIEB!
So sieht die Elektromobilität im Moment für Nicht-Tesla-Fahrer leider aus! Verlass ist auf die Stromtankstellen nicht im entferntesten. Da bleibt noch viel zu tun!

Wir kamen noch gut zurück und in Egerkingen warteten fünf freie Supercharger auf uns. Nach einem kurzen Lunch im Mövenpick, fuhren wir vollgeladen weiter. Ausser mit einem Tesla hätten wir diese einfache Reise mit keinem E-Mobil hingekriegt und das ist schade.